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Wildtierhilfe Schäfer e.V.

Wildtierhilfe Schäfer e.V.

Was es bedeutet Wildtiere zu pflegen

 

Leider unterschätzen viele Menschen die Aufgabe eines Päppler´s. Sobald man sich dazu entscheidet ein Wildtier aufzunehmen, muss man sich im klaren sein, dass sich für die Zeit wo man ein Tier in Obhut hat man sich 100%ig auf das Tier einstellen muss. Was heißt das?

Nehmen wir ein Eichhörnchen als Beispiel. Ein ganz junges Eichhörnchen bekommt alle 2 Stunden seine Milch, Tag und Nacht. Auch können natürlich verletzte Tiere kommen, die medizinisch versorgt werden müssen. Ein kompetenter Tierarzt muss in der Nähe sein, dass das Tier behandelt werden kann. Auch haben Wildtiere natürlich Parasiten und können Krankheiten haben.

Ein Eichhörnchen muss unterschiedlich untergebracht werden, ganz am Anfang kommt es in eine kleine Box wo es 24 Stunden immer gewärmt werden muss. Auch ist nicht die Nahrung gleich Nahrung. Um die Muttermilch so gut wie es geht zu ersetzen kommen zusätzlich zu der Milch (soll eine gute sein) noch andere Dinge hinzu. Als Beispiel Kolostrum. Was ich damit sagen möchte ist, dass man sich auch der Kosten bewusst sein muss. Nicht nur, das man sein ganzen Alltag auf die Tiere einstellen muss sondern auch, dass es einiges an Geld kostet und dies muss man aus eigener Tasche bezahlen. Deshalb freut sich jeder Päppler über eine Spende. Tierarzt, Unterbringungsmöglichkeiten (Boxen, Käfige und Volieren) artgerechte Ernährung, Medizin, Utensilien zur Aufzucht (z.B. Einmalspritzen, Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Nuggels, Fläschchen)  zusätzliche Vitaminpräparate und vor allem Zeit.

Ein Eichhörnchen ist mindestens 12 Wochen bei Ihnen und was man bitte berücksichtigen muss, dass ein Wildtier niemals alleine gehalten werden soll. Die Gefahr einer Fehlprägung ist viel zu groß. Die Tiere müssen die Möglichkeit haben miteinander aufzuwachsen bis zum Zeitpunkt der Auswilderung, der eine lernt von dem anderen.

Was auch noch ein großes Thema ist, von den Tieren loszulassen. Bitte bedenken Sie von dem ersten Tag an, dass die Tiere geboren wurden um in der Wildnis zu leben. Ich sage das aus diesem Grund, weil viele sagen, ich könnte nach so einer langen Zeit mich nicht mehr von dem Tier trennen, genau dies ist aber nicht richtig. Wir Päppler geben den Tieren die Möglichkeit nach einem nicht so tollen Start in das Leben wieder dahin zurückzukehren wo sie herkommen, das ist und soll unsere Aufgabe sein. Die Tiere aufzuziehen soll kein Ersatz für irgendetwas sein, was man nicht hat, was ich damit sagen will, das viele die Tiere aufziehen möchten um einen Mutterersatz nachzustellen. Natürlich schließt man immer mal wieder ein Tier mehr in sein Herz, aber im Hinterkopf sollte immer der Tag stehen, an dem man das Tier in die Freiheit entlassen kann.

Auch spielt das Thema Tod eine Rolle. Nicht alle Tiere haben den Lebenswillen und somit gibt es immer wieder Tiere die sich dazu entschließen nicht mehr weiterleben zu wollen. Auch das muss man sich immer als Päppler vor Augen halten. Es kann bis zum letzten Tag vor der Auswilderung etwas mit dem Tier sein. Viele Kollegen, wissen bestimmt wovon ich rede.

Ich schreibe diese Zeilen bewusst, denn ich bin mir sicher dass viele diese Aufgabe unterschätzen. Ein Jungvogel (Nestling), bekommt in ganz jungen Tagen alle 20 Min. etwas zu fressen. Warum schreibe ich das? Aus dem einfachen Grund, das in der Hochsaison uns viele anrufen: „Ich habe einen Vogel gefunden, holen Sie den bitte ab“. Geht nicht! Wie sollen wir das machen? Alle Tiere stehen lassen, uns ins Auto setzen und losfahren? Leider fangen da schon die Probleme an. Wenn die Hütte voll ist, können wir wirklich nichts anderes machen als uns einen Futterplan zu erstellen und zusehen, das wir alle Tiere füttern. Deshalb suchen wir Fahrer Deutschlandweit, die uns die Tiere bringen können. Auch da gibt es leider viel zu wenige und genau durch diese Fahrer können Leben gerettet werden. Umso schneller ein Tier qualifiziert Versorgt wird umso größer die Chance dass es überlebt.

Mir lag es am Herzen diese Zeilen zu schreiben und hoffe das hierdurch sich eventuell weitere Fahrer melden und natürlich auch Menschen die die ganze Arbeit auf sich nehmen möchten um Wildtieren zu helfen :)